Ich muss euch etwas sagen, ihr werdet wohl ein wenig geschockt davon sein: „Ich werde auch älter.“ So jetzt ist es raus. Habe ich Angst davor? Nein. Und dieses „Nein“ kam bei mir jetzt wie aus der Pistole geschossen, den ich habe ehrlich gesagt überhaupt keine Angst vor dem Älter werden und vor den Wechseljahren schon mal gar nicht. Ganz im Gegenteil, schließlich ist es doch nur eine natürliche Phase des Lebens, von dem die Hälfte der Bevölkerung direkt betroffen ist. Ich frage mich, warum wird eigentlich so wenig über die Menopause gesprochen. Genauso wie das Thema Menstruation der Frau, ist das Thema Menopause noch heute in unserer Gesellschaft ein Tabuthema.
Die Wechseljahre sind eine wilde hormonelle Reise und kann bis zu 10 Jahren dauern, es ist ein bisschen wie ein Ultra-Marathon für den du dich gar nicht angemeldet hast und trotzdem teilnimmst. Mit der Menopause endet die Möglichkeit schwanger zu werden. Damit beginnt ein Lebensabschnitt, dem viele Frauen mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. Dabei kann das ein Beginn einer großartigen Zeit im Leben sein! Liebe Frauen, fürchtet euch nicht, sondern seht es als Chance. Dafür ist es essenziell sich bewusst mit den veränderten Bedürfnissen des eigenen Körpers auseinanderzusetzen und in die Gesundheit und das eigne Wohlbefinden zu investieren. Und so ähnliches haben wir alle schon durchgemacht. Erinnert ihr euch noch daran, wie es war, als wir zum ersten Mal unsere Periode bekommen haben? Für die meisten von uns kam das auch völlig unvorbereitet. Und begeistert waren wir alle nicht davon. Im Grunde sind die Wechseljahre doch nur die Pubertät rückwärts. Also, chillt mal ein bisschen!
Was ist denn nun der Unterschied von Wechseljahren und Menopause?
Hier ein paar Fakten: Die Menopause bezeichnet das Ende der Monatsblutungen. Die Wechseljahre, auch Klimaterium genannt, sind die Phasen der hormonellen Umstellung vor und nach der Menopause.
Diese lassen sich wie folgt unterteilen:
1. Perimenopause: Das ist die Phase vor dem endgültigen Ausbleiben der Monatsblutung. Denn die Produktion der Hormone Progesteron und Östrogen in den Eierstöcken nimmt ab. Das Ganze passiert ab Mitte 40 Jahren, bei manchen Frauen sogar schon früher.
2. Menopause: Die letzte Menstruation, auf die mindestens 1 Jahr keine Blutung mehr folgt. Im Durchschnitt hat etwa die Hälfte aller Frauen um die 50 ihre letzte Regelblutung.
3. Postmenopause: Ab 1 Jahr nach der Menopause schließt sich die Postmenopause an. Das ist das Ende der Wechseljahre. Da hat die Produktion, des weiblichen Hormons, des Östrogens, ihren Tiefpunkt erreicht.
Gibt’s noch Tipps für die Wechseljahre?
Ich kann euch nur die Tipps weitergeben, die man mir gegeben hat. Als allererstes die Wechseljahre sind keine Krankheit, du kannst dich von Zeit zu Zeit abgeschlagen, müde, genervt fühlen, unter Gewichtszunahme- und Schlafstörungen leiden und Hitzewallungen haben, aber es ist eine ganz normale Lebensphase, die du mit ein paar Anpassungen deines Lebensstils selbst angenehmer gestalten kannst.
Und das kannst du tun:
Finde die Ruhe und entspanne dich: Um in dieser Zeit besser im Einklang mit dir selbst zu sein, kann Meditation helfen. Auch Yoga und Atemübungen beugen Alltagsstress vor und sorgen für ein positives Wohlbefinden.
Sei aktiv und mache Sport: Sport bringt nicht nur Spaß, sondern hilft dem seelischen Wohlbefinden und wirkt der Gewichtszunahme und dem altersbedingten Muskelabbau entgegen. Sportliche Frauen leiden außerdem seltener unter Wechseljahrs Beschwerden und fühlen sich in der Regel attraktiver.
Achte darauf, was du isst: Oft ist eine Ernährungsumstellung in dieser Lebensphase sinnvoll. Möglichst verzichten sollte man auf Nikotin, Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee. Stattdessen gibt es natürliche Symptomhelfer: Isoflavone sind Pflanzenstoffe, die die Wirkung des Östrogens nachahmen können. Sie sind beispielsweise in Sojaprodukten enthalten. Auch in heimischen Gewächsen findet man ähnliche Substanzen – in Leinsamen, Hülsenfrüchten, Getreide, Beeren, Kernobst und Salaten.
Wenn deine Psyche leidet, dann suche dir professionelle Hilfe: Sei es einen Experten deines Vertrauens an deiner Seite zu haben, der dir Unsicherheiten und Sorgen nimmt. Bei depressiven Verstimmungen während der Menopause kann außerdem eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.
Wie bereits erwähnt die Menopause ist ein Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird – und dass, obwohl es früher oder später jede Frau betrifft. Wir müssen das Tabu brechen. Sprich mit deiner Familie darüber, mit deinen Freundinnen. Wir Frauen müssen unsere Stimme finden und offen über unsere Menopause – Symptome sprechen können. Unsichtbar zu werden oder unser Alter mit Botox zu verstecken ist keine Option. Wir sollten alle in die Welt hinausschreien: „Wir fangen gerade erst an!“ Wir stehen im Zenit unseres Lebens und haben Spaß am Reisen, treffen neue Leute, erleben neue Abendteuer und können endlich das machen, wofür wir mit Mitte zwanzig kein Geld hatten. Dieser positive Ausblick auf das Leben ab Mitte 40 und 50 fehlt uns bis dato völlig.
In diesem Sinne!

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